neues gutes Verhalten zur Varroabekämpfung entdeckt

  • Brutpause – ein Verhalten der Bienen um dem Varroadruck zu entgehen

Welche Mechanismen wenden die kleinzelligen Bienen an, um sich, ohne unsere Hilfe, gegen die Varroen verteidigen zu können?

Das ist eine sehr wichtige Frage und wir sind nah dran diese beantworen zu können.

Letztes Jahr um dieselbe Zeit haben wir schon sehr interessante Erkenntnisse erhalten bei der Untersuchung unserer kleinzelligen Völker nach dem VSH (Varroa Sensitive Hygiene):

Ich habe nun 3 Überlebensvölker untersucht (Mitte Februar 2015). Das sind Völker die erstens noch nie gegen Varroen behandelt wurden und aus es eigener Kraft schafften sich zu wehren. Die Königinnen wurden nie getauscht.
Und zusätzlich hab ich ein Vok untersucht das letztes Jahr Varroaprobleme hatte und im letzten November eine neue Königin bekam.

Volk N° 83sa
Das Volk ging auf 4 Zargen über den Winter mit sehr viel Futterreserven.
Am 12.2. hat es eine Zarge voll mit Brut, gut Drohnenbrut angelegt, man sieht etwas BH (hygienisches Verhalten) in der Bienenbrut und auch BH in der Drohnenbrut, was ein sehr gutes Verhalten ist.

Hier kann man sogar auf dem unteren Bild die Varroen sehen, die in der aufgebissenen Drohnenzelle waren:

Ich öffnete nun 119 Bienenbrutzellen und fand darin folgendes:

Varroen
weibl Nachkommen männl Nachkommen
3 1 ja
2
1 1 ja
5 + 1 tot 2 ja
2 2 ja
1 ja
1 1 ja
15 7

das heisst daß in den 119 Bienenbrutzellen 15 Varroen gefunden wurden mit nur 7 weiblichen Nachkommen.

Nun öffnete ich 60 Drohnenbrutzellen und fand in 32 Zellen keine Varroen und in den restlichen 28 folgendes:

3 3 ja 1 3 ja
3 ja 2 3 ja
1 3 ja 1
3 3 ja 1+1tot 1 ja
2 2 ja 1 2 ja
1 1 ja 3 3 ja
6 1 ja 1 3 ja
2+2tot 2 ja
3 3 ja 3 2 ja
2 1 ja 3 ja
3 1 ja 3 ja
1 2 ja 1 ja
3 2 ja 6 6 ja
4 2 ja 3 ja
zus 67 47

Das sind 67 Varroen und nur 47 weibliche Nachkommen in 60 geöffneten Drohnenbrutzellen. Darüberhinaus waren in 8 Zellen Varroen die keine weiblichen Nachkommen hatten.

Zusammenfassung:

In diesem Stock N° 83sa sehen wir daß sich wenig Varroen in der Bienenbrut aufhalten und sich die Mehrzahl in der Drohnenbrut befindet. Im Stock sind ca. 400 Drohnenbrutzellen vorhanden. Die Varroen, sowohl in der Bienenbrut als auch in der Drohnenbrut, haben weniger Nachkommen als  erwachsene Milben vorhanden sind. Zusätzlich räumen die Bienen befallene Zellen sowohl in der Bienen- als auch der Drohnenbrut aus. In 8 von 28 Drohnenbrutzellen haben die Varroen keine weiblichen Nachkommen.
Es zeigt sich erneut daß Mehrfachbesetzung von Bienen- und Drohnenbrutzellen durch Varroen die Abwehrstrategie des Stockes ausmachen.

 

Volk N° 32W
Das Volk ging auf 3 Zargen über den Winter mit sehr viel Futterreserven.
Am 17.2. hat es eine Zarge voll mit Brut,  Drohnenbrut angelegt, man sieht gut BH (hygienisches Verhalten) in der Bienenbrut und auch BH in der Drohnenbrut, was ein sehr gutes Verhalten ist. Das Volk ist etwas nervös (letztes Jahr auch schon).

Ich öffnete 50 Zellen Bienenbrut und fand nur 2 Zellen mit jeweils einer Varroa, keinen weiblichen Nachkommen und jeweils einem männlichen Nachkommen.
Hier kann man einiges hygienisches Verhalten in der Bienenbrut sehen:

Dann öffnete ich 19 Drohnenbrutzellen. Auf dieser Wabe waren  nur ca. 80 Drohnenbrutzellen vorhanden:

1 2 j 3 4 j
5 4 j 2 2 j
4 1 j 3 4 j
2 2 j 1 1 j
1 2 j 2 2 j
5 4 j 1 1 j
5 5 j 9 7 j
4 4 j 3 2 j
3 2 j
zus 54 49

in 17 von 19 Drohnenbrutzellen befanden sich Varroen.

Zusammenfassung:
In diesem Stock konzentrieren sich die Milben auf die Drohnenbrut und in der Bienenbrut sah ich einige ausgeräumte Zellen. Fast jede Drohnenbrutzelle wies Mehrfachbesetzung mit Milben auf, jedoch konnten sie nicht mehr Nachkommen erzeugen als Muttertiere da waren.  Es waren aber auf dieser Wabe nur ca 80 Drohnenbrutzellen vorhanden, auf die sich die gesamten Milben verteilten. Ich untersuchte daraufhin eine andere Wabe auf der wesentlich mehr Drohnenbau angelegt war, ca 200 Zellen pro Wabe. Und siehe da ich fand viele unbesetzte Drohnenbrutzellen und die, die besetzt waren, zeigten viel weniger Varroen als auf der ersten Wabe. Das zeigt daß es sehr wichtig ist den Bienen wieder beizubringen die richtige Menge Drohnenbrut pro Wabe anzulegen. Dieses Volk ist auch ein Überlebensvolk und wurde noch nie behandelt und es wurde auch nie die Königin getauscht. Anscheinend ist die Varroataktik in diesem Volk etwas unterschiedlich zum ersten.

Volk N° 35s

Das ist nun ein Zuchtvolk das mit 3 Zargen und viel Futtereserven über den Winter ging. Man sieht etwas BH.

In 25 geöffneten Bienenbrutzellen fand ich keine Varroen.

In 21 geöffneten Drohnenbrutzellen fand ich in 9 Zellen keine Varroen und im Rest folgendes:

1 1 1
2 1 j 1 1 j
2 2 j 1
2 1 j 3 2 j
1 2 j 6 j
5 3 j 7 3 j
zus 32 15

Zusammnefassung:
In der Bienenbrut sind keine Varroen zu sehen. Die, die da sind, werden durch das hygienische Verhalten ausgeräumt.
In der Drohnenbrut sieht man hier wieder Mehrfachbesetzungen mit wenigen oder überhaupt keinen weiblichen Nachkommen. Von den 32 Muttermilben sind nur 15 weibliche Nachkommen zu sehen. Was auffällt ist daß in 4 Drohnenbrutzellen überhaupt keine weiblichen Nachkommen zu finden sind und in 2 auch keine männlichen. Dieser Stock verteidigt sich hervorragend.

Volk N° 24adp

Dieses Volk ging auf 2 Zargen über den Winter und hatte letztes Jahr Varroaprobleme. Es wurde nie behandelt aber im letzten November wurde die Königin gewechselt indem eine schlupfreife Königinnenzelle gegeben wurde, nach der Entnahme der alten Königin. Das Volk hatte eine komplette Zarge Futter zur Verfügung.

Man sieht einige geöffnete Zellen durch das hygiensiche Verhalten BH, auch in der Drohnenbrut:

Ich öffnete 42 Zellen Bienenbrut und fand folgendes:

1 2 j 1
1 3 j 1 3 j
1 2 j 1 1 j
1 2 j 1 2 j
zus 8 15

Jetzt wird der Unterschied zu den Überlebensvölkern klar.
Hier vermehren sich die varroen auch in der Bienenbrut und zwar progressiv – im Gegensatz zu den vorigen Völkern. In 42 Zellen Bienenbrut fand ich 8 Varroen mit 15 weiblichen Nachkommen.

Dann öffnete ich 17 Drohnenbrutzellen und fand folgendes:

2 3 j 2 1 j
1 2 j 1 1 j
1 2 j 1 1 j
2 2 j 3 2 j
zus 13 14

Ich fand in 9 Drohnenzellen keine Varroen und in 8 fand ich 13 Varroen mit 14 weiblichen Nachkommen. Das heisst daß wir hier nicht mehr die beobachteten Mehrfachbesetzungen, mit unterdrückter Vermehrung der Milben, wie bei den anderen Völkern haben. Dennoch scheint die neue Genetik der Königin Schwung in den Stock zu bringen. Ich habe einige geöffnete Zellen durch das hygienische Verhalten in der Bienenbrut sowie in der Drohnenbrut gesehen.

Ergebnis:
Diese Untersuchung der 3 Überlebensvölker zeigt uns, daß die Art und Weise, wie sich unsere kleinzelligen Bienen gegen die Varroen zur Wehr setzen, vom dem abweicht, was als VSH bezeichnet wird.

  • Es wird gesteuert duch die Bienen, indem sie die Varroen dazu bringen sich erstens vor allem in der Drohnenbrut aufhalten – indem wir den Bienen wieder beibringen die richtige Anzahl Drohnenbrut pro Wabe zu erstellen, haben wir die ganze aktive Saison hindurch gemäßigt Drohnenbrut in unsereren kleinzelligen Stöcken.
    http://www.resistantbees.com/droh.html
  • und zweitens durch Mehrfachbesetzung durch Varroen in der  Drohnenbrut (und auch Bienenbrutzellen) in denen die Fruchtbarkeit der Milben herabgesetzt wird.

Es scheint daß die Bienen einen Mechanismus aktivieren können, indem sie die Varroen dazu bringen gehäuft in manche Zellen zu schlüpfen, obwohl genügend andere Zellen zur Verfügung stehen würden, wo sie sich viel besser vermehren könnten. Das unterscheidet die Überlebensvölker von denen, die Probleme mit den Varroen haben. Die kleinere Zellengröße ist dafür verantwortlich daß die Milben sich vor allem in der Drohnenbrut aufhalten. Somit ist die Drohnenbrut eine Art Schutzwall für die Bienenbrut. Es ist aber auch ersichtlich daß NUR die Verkleinerung der Zellen nicht zum gewünschten Erfolg führt. Da braucht es einiges mehr, was uns glücklicherweise Dee Lusby schon vor langem ans Herz gelegt hat:
http://resistantbees.com/blog/?page_id=1796

 

 

Wirkt die Drohnenbrut bei kleinzelligen Bienen als Varroafalle?

Im Zuge der Untersuchungen meiner kleinzelligen Völker auf VSH (Varroa Sensitive Hygiene), angeregt durch Erik Österlund, stieß ich nun auf sehr interessante Tatsachen, die sich in der Brut und vor allem in der Drohnenbrut abspielen.

Es ist ja bekannt, dass bei den kleinzelligen Völkern die Varroen in der aktiven Saison vor allem in die Drohnenbrut gehen. Das ist bei weitem mehr ausgeprägt als bei konventionellen grosszelligen Völkern, was sich schon vor Jahren bei Untersuchungen meiner Völker bestätigte.

Nun fiel mir schon seit längerem auf, dass Drohnenbrutzellen und auch Bienenbrutzellen von mehreren Varroen besetzt sein konnten, obwohl die Anzahl der Varroen im Stock eher gering war. Eine Erklärung hatte ich dafür nicht, nur Vermutungen, daß dadurch die Inzucht der Milben vermieden werden würde.

Nun wurde ich eines anderen belehrt und die Annahme, daß das von den Bienen gesteuert wird, ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Ich untersuchte kürzlich ein sehr starkes Volk N° 3R das mit 4 Zargen durch den Winter ging und jetzt Anfang Februar in der Mandelblüte schon 4 Brutwaben in der 2. Zarge hat und 2 Brutwaben in der 3. Zarge. Eine voll besetzte Brutwabe (Langstroth) kleinzelliger Bienen hat ca 7000 Brutzellen (bei großzelligen sind es nur 5500).

Zunächst öffnete ich verdeckelte Bienenbrutrutzellen die Puppen mit violetten Augen beinhalteten, so wie man bei dem von Erik Österlund vorgeschlagenen VSH Test vorgeht. Nach 50 Zellen gab ich auf, denn ich fand keine Varroen in den Zellen.

Jedoch sah ich auf dieser Brutwabe 2 Bienenbrutzellen die von den Bienen durch das hygienische Verhalten geöffnet wurden und die Löcher in der Brut zeugen von einigen ausgeräumten Bienenbrutzellen. In diesen 2 geöffneten Bienenbrutzellen fand ich in einer eine Varroa mit auch weiblichen Nachkommen und die andere wies eine tote Varroa auf.

Nun kam aber der interessante Aspekt, nämlich die Drohnenbrut.
Zunächst fielen mir sogleich 5 von den Bienen durch das hygienische Verhalten geöffneten Drohnenbrutzellen ins Auge (Harbo hat bei seinen grosszelligen Bienen kein hygienisches Verhalten in der Drohnenbrut feststellen können):

In diesen fand ich folgendes:

  • eine Varroa mit 3 weiblichen Nachkommen
  • eine Varroa mit 1 weiblichen Nachkommen
  • 6 Varroen mit 2 weiblichen Nachkommen
  • zwei Zellen mit 3 Varroen und jeweils 3 weiblichen Nachkommen.

Und in diesen Zellen wird die Brut der Varroen unterbrochen, was schon mal ein beachtlicher Vorteil dieser kleinzelligen Bienen ist. Ich beobachte dieses hygienische Verhalten in der Drohnenbrut bei meinen kleinzelligen Bienen andauernd.

Nun kommt aber der interessante Teil.
Ich öffnete insgesamt 86 Drohnenbrutzellen mit violetten Puppenaugen, was nicht so häufug vorkommt dass man Gelegenheit hat dies so konzentriert zu finden.

Ich fand zum einen

  • 2 Zellen mit jeweils einer Varroa und nur jeweils einem männlichen Nachkommen

zum anderen

  • eine Zelle mit 3 toten Varroen und einem lebenden männlichen Nachkommen
  • eine Zelle mit einer toten Varroa
  • eine Zelle mit 2 Varroen ohne Nachkommen
  • eine Zelle mit einer lebenden und einer toten Varroa ohne Nachkommen

Das heisst dass sich diese 10 Varroen nicht fortpflanzten

59 Drohnenbrutzellen von 86 waren ohne Milben und in den restlichen 21 infizierten Zellen fand ich folgende erwachsene Varroen, männliche Nachkommen und folgendes:

  • 4 Zellen mit 1 Varroa und 1 weiblichen Nachkommen
  • 3 Zellen mit 1 Varroa und 2 weiblichen Nachkommen
  • 2 Zellen mit 1 Varroa und 3 weiblichen Nachkommen
  • 2 Zellen mit 2 Varroen und 1 weiblichen Nachkommen
  • 3 Zellen mit 2 Varroen und 2 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 2 Varroen und 4 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 3 Varroen und 1 weiblichen Nachkommen
  • 2 Zellen mit 4 Varroen und 1 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 5 Varroen und 2 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zellen mit 5 Varroen und 3 weiblichen Nachkommen

Das heisst dass ich insgesamt 51 Varroen in den 86 Drohnenbrutzellen fand und nur 37 weibliche Nachkommen.

Das ist enorm und man kann errechnen dass die Varroen so überhaupt keine Gefahr mehr darstellen für den Stock. Die Varroen konzentrieren sich auf die Drohnenbrut und die, die doch in die Bienenbrut gehen, werden ausgeräumt.

Nun ist das frapante aber die Mehrfachbesetzung einiger Drohnenbrutzellen durch bis zu 5 Varroen.

Es ist ersichtlich dass je mehr Varroen in der Zelle sind, je weniger weibliche Nachkommen pro Milbe entstehen.

Wenn man logisch denkt, dann müssten also die Milben sich auf die vorhandenen Drohnenbrutzellen aufteilen, um sich optimal zu vermehren. Machen sie aber nicht. So liegt die Vermutung nahe, dass die Mehrfachbesetzung von den Bienen gesteuert wird. Das ist eine Annahme, die wir durch weitere Untersuchungen verifizieren müssen.

Somit kommen wir auf die Frage am Anfang zurück:

Wirkt die Drohnenbrut bei kleinzelligen Bienen als Varroafalle?

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zweite Untersuchung:

Weiterfrührende und äußerst interessante Beobachtungen, wie sich kleinzellige Bienen gegen die Varroamilben aus eigener Kraft zur Wehr setzen. Diese zweite Untersuchung zeigt wie schnell doch die kleinzelligen Bienen die Varroaproblematik in den Griff bekommen können, wenn man ihnen die nötigen Voraussetzungen schafft.

Nun hab ich genau nach einem Monat denselben Stock wieder untersucht.
Hier ist die erste Untersuchung zu sehen.

Situation:
Es war 2 Wochen lang sehr windig und die Bienen konnten weniger fliegen. Doch der Stock verfügte über große Futterreserven, weswegen die Brut uneingeschränkt weiter ging.

Ich untersuchte genau dieselbe Wabe wie beim letzten Mal.

In der Bienenbrut fand ich einige geöffnete Zellen durch das hygienische Verhalten.
In 40 geöffneten Bienenbrutzellen fand ich keine Varroa.

Bild

Dann öffnete ich wieder 86 Drohnenbrutzellen mit violetten Puppenaugen :

Bild

Ich fand zum einen

  • eine Zelle mit 4 Varroen und nur einem männlichen Nachkommen

zum anderen

  • zwei Zellen mit jeweils einer toten Varra und keinen Nachkommen
  • zwei Zellen mit jeweils einer Varroa ohne jegliche Nachkommen
  • eine Zelle mit 2 Varroen ohne jegliche Nachkommen
  • eine Zelle mit 7 Varroen und einer toten Varroa und ohne jegliche Nachkommen

Das heisst dass sich diese 18 Varroen nicht fortpflanzten und daß das VSH nun in Erscheinung tritt.

70 Drohnenbrutzellen von 86 waren ohne Milben und in den restlichen 9 infizierten Zellen fand ich folgende erwachsene Varroen, männliche Nachkommen und folgendes:

  • 1 Zelle mit 1 Varroa und 1 weiblichen Nachkommen
  • 2 Zellen mit 1 Varroa und 2 weiblichen Nachkommen
  • 2 Zellen mit 2 Varroen und 1 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 2 Varroen und 2 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 3 Varroen und 1 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 4 Varroen und 1 weiblichen Nachkommen
  • 1 Zelle mit 4 Varroen und 3 weiblichen Nachkommen


Das heisst dass ich insgesamt 38 Varroen in den 86 Drohnenbrutzellen fand und nur 14 weibliche Nachkommen.

Von diesen 38 Varroen waren aber 14 die überhaupt keine Eier legten oder tot waren.

bei der letzten Untersuchung vor einem Monat waren es 51 Varroen in den 86 Drohnenbrutzellen und 37 weibliche Nachkommen

Die beim letzten Mal gefundene Mehrfachbesetzung von Drohnebrutzellen bis zu 5 Varroen pro Zelle steigerte sich nun auf 8 in einer Zelle und vor allem legten diese überhaupt keine Eier.

Die Erklärung für dieses Verhalten:
Es ist klar dass dies über das Juvenile Wachstumshormon JGH im Futtersaft der Bienen gesteuert wird. Schon Prof Ruttner und Königer erwähnten dies vor vielen Jahren und in diesem Buch wurde auch darauf hingewiesen, schon in den 80er Jahren:
Al Dietz, and Henry Hermann „Biology, Detection and Control of Varroa jacobsoni“: A Parasitic Mite on Honey Bees

Dee Lusby:

Es wurde Anfang der 1980-er Jahre von Forschern gezeigt, daß Milbenvermehrung von der physiologischen Situation der befallenen Bienenlarve abhängt. So bestimmt das Wachstumshormonlevel, ob ein weibliche Milbe Eier legt nach ihrem ersten Blutmahl (Hämolympheaufnahme). In der westl. Honigbiene, A. mellifera, hat das Blut sowohl der Drohnen- als auch der Arbeiterinnenlarva ein relativ hohes JGH Niveau zur Zeit der Verdecklung der Zelle. Bei der asiatischen A.cerana Biene ist dieses JGH Niveau der Arbeiterinnenlarve zur selben Zeit wesentlich geringer. Deshalb wählt die Milbe eben auch die Drohnen als Ihr Opfer aus.

Und vor allem wird durch das Blutsaugen vieler Varroen an derselben Bienenpuppe, der Wachstumshormonlevel in der Puppe derart gesenkt, daß die Varroen keinen Anreiz zur Eiablage mehr haben.

Die Frage die immer noch bleibt:
Warum überhaupt gehen mehrere Varroen in dieselbe Drohnenbrutzelle, obwohl es klar ersichtlich ist daß sie sich dort nicht vermehren können?
Da müssen wir weiter nachforschen
:wink:

hier können wir darüber diskutieren:
http://forum.resistantbees.com/viewtopic.php?f=79&t=390

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neues gutes Verhalten zur Varroabekämpfung entdeckt

hallo Kameraden,
Mir ist an ein paar wenigen Stöcken ein neues Verhalten aufgefallen das sehr positive Auswirkungen im Kampf gegen die Varroa Milben haben kann.
Ich habe einen Stock beobachtet der etwas Probleme mit Varroen hatte und plötzlich bemerkte ich dass die Königin komplett zu legen aufgehört hatte. Alle anderen Stöcke hatten gute Brut, es war immer Tracht, es war im August und sehr gutes Bienenwetter, also kein Grund zu einer Brutpause.
So dachte ich dass sie die Königin wechselten und durchsuchte den Stock (ein Mini Plus mit 3 Zargen) und fand keine Weisselzellen, aber die ursprüngliche Königin war da. Wenn sie also nicht mehr legen könnte dann würde der Stock nervöses Verhalten zeigen – was nicht so war.
Als alle Brut geschlüpft war, sah ich plötzlich wieder ein paar Eier in einer Wabe. Ich dachte es könnten Drohnen sein!?
Aber gestern sah ich schönste Brut, aber beim fotographieren kam mir die Königin abhanden.
Ich durchsuchte den Mini Plus eine halbe Stunde – normal geht das flugs – nicht da! :doll:
Keine Ahnung wo die war – heute war sie da und man sieht auf dem Foto dass das keine neue Königin ist und ein Versteck Künstler ist sie obendrein.
Eine Brutpause die von den Bienen gewollt eingelegt wird bei Varroaproblemen hätte zur Folge dass sich der Brutzyklus der Varroen unterbricht. Das wäre von sehr grossem Vorteil. Und beim Neuaufbau des Brutnests räumen die Bienen gewöhnlich viel besser die von Varroen infizierten Zellen aus als gewöhnlich.
Das muss ich weiter im Auge behalten. :wink:Fotos von heute:
BildBild

3 Antworten auf neues gutes Verhalten zur Varroabekämpfung entdeckt

  1. hans ventura sagt:

    eigentlich bin ich ein eingefleischter imker,befasse mich ja mit bienen seit kindesbeinen.hatte immer starke voelker und ueberdurschnittliche ertraege.nun ich imkerte auch fast 50 jahre ohne varroa.seit 20 jahren lebe ich nun in irland,wo ich ganz andere bedingungen vorfand wie in den alpen.mit dem einzug der varroa ging es steil bergab,bis ich alle meine voelker verlor.nun war es hoechste zeit umzudenken und viel neues zu lernen.ich fand diesen sommer 3 schwaerme,die momentan sehr stark sind.nun ist meine absicht,vom naechsten fruhjar an,auf kleine zellen umzusteigen.die einheimische schwarze biene erscheint mir von natur aus klein und ich hoffe,dass es fuer sie einfach ist,die entsprechenden mittelwaende auszubauen.bin gespannt,was die zukunft bringt.uebrigens,ich gebe auch kurse fuer anfaenger und werde sie ermutigen,den gleichen weg zu gehen.
    hans ventura

  2. admin sagt:

    hallo Hans,
    ich hab dir ne Email geschickt und dich in unseren Arbeitskreis eingeladen.
    Gruss
    Stephan

  3. Paul Schneider sagt:

    Ich machte bei meinen Ablegern eine ähnliche Erfahrung von den30 Ablegern waren 28 noch voll in Brut ,zwei waren Brut frei! Vier wollten Still um weiseln nur eine Zelle ,sie wurden verwertet dadurch Königinnen erhalten Ende September! Eine der Brutfreien ging noch in Brut ,doch die andere nicht ,ist auch schwächer Eingewintert werde sie weiter im Auge behalten

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