Klar vorgegebener Weg zu resistenten Bienen

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Klar vorgegebener Weg zu resistenten Bienen

Beitragvon bee » Di Apr 09, 2013 5:47 pm

Es ist an der Zeit ganz konkret unseren Weg klar zu machen, vor allem um falsche Illusionen von Anfang an zu vermeiden.

Seit nun 30 Jahren wird an unzähligen Instituten und Institutionen in aller Welt versucht Bienen auf Varroaresistenz zu züchten. Die Erfolge sind alles andere als ermunternd, wenn nicht sogar entmutigend. Dennoch haben wir einen Weg gefunden in der mehr als 25 jägrigen Erfahrung von Ed & Dee Lusby. Das sind absolute Wegbereiter. Und wir, eine Gruppe von Imkern, kopieren hier mit ca 500 Stöcken dieses System 1:1. Die letzten Jahre sind derart ermutigend dass wir uns zur Aufgabe gemacht haben dies weiter zu verbreiten, zumal sonst kein verlässlicher Weg zu sehen ist, der sich auf derart viel Erfahrung stützen kann.

Nun haben wir zu diesem Zweck eine Webseite ResistantBees und ein Forum erstellt.
In einigen Monaten wuchs dieses Forum schnell heran und plötzlich spalteten sich die Interessen.
Ich sehe nun dass diese Entwicklung eigentlich sehr positiv war, denn es kristallisierten sich klare Unterschiede heraus.

Auf der einen Seite gibt es Imker die mit kleinen Zellen arbeiten und um eine Art der Bienenhaltung, in der die Bienen, in der jetzigen Situation, möglichts gut überleben und Honig bringen. Das ist eine auf Ertrag optimierte Art des Imkerns von der es tausende gibt. Mit dem System von Ed&Dee Lusby hat das fast nichts mehr gemein bis auf die Größe der Zellen. Die alleinige Reduktion der Zellengröße bringt kaum etwas, das was es bringt ist ein ungeheurer Arbeitsaufwand.

Auf der anderen Seite ist der Weg von Ed&Dee Lusby, was ein Gesmatkonzept darstellt, das sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Und es funktioniert.

Nur ist die Frage wie funktioniert das und wo sind die entscheidenden Faktoren?

Ich möchte das gerne an einem Beispiel erklären:
Gestern war ich an einem Stand wo Stöcke stehen mit 4 Zargen. Es ist volle Tracht, das Wetter ideal und ein Blütenmeer.
Letztes Jahr hatten wir ein absolut katastrophal trockenes Jahr ohne Blüten und man merkt dass dieser Stress den Völkern immer noch zu schaffen macht.
Nun sah ich schon vor Kurzem dass am Boden einige Bienen mit deformierten Flügeln (eine Viruserkrankung hervorgerufen durch die Bisse der Varroen) waren. Ich beobachtete drei dieser grossen Völker seit Wochen und untersuchte nun wieder genau was los war.

Stock N°106g hat gute Brut, ich fand wenig Drohnenbrut, von denen manche Zellen mehrfach besetzt waren mit Varroen, auch in der Bienenbrut fand ich doppelt von Milben besetzte Zellen. Zudem sah ich eine tote Biene in einer Zelle, was ein fortgeschrittenes Stadium des DWV Virus darstellt. Ich sah einige geöffnete Zellen durchhygienisches Verhalten. Das Propolis ist sehr klebrig. Dennoch hält sich dieser Stock so seit Wochen und es gibt keine Anzeichen dass es schlimmer wird.

Stock N°18g - sitzt auf 5 Zargen und ich sehe dass er gut Drohnenbrut hat und das hygienische Verhalten sehr ausgeprägt ist, sogar in den Drohnenbrutzellen. Der Stock ist ruhig und ich sehe etwas Varroen in der Drohenenbrut.

Stock N°1r - ich sehe sehr gute Brut, hat einige Drohnenbrut angelegt, ist ruhig und das hygienische Verhalten ist gut in der Drohnenbrut zu sehen.

Wenn ich nun auf Ertrag orientiert imkern würde, gäbe ich all diesen Stöcken etwas Thymol und sie würden mir bei dieser Trachtlage jeder mehr als 50kg Honig eintragen. Nur wenn ich das mache hab ich viel Honig, aber nächstes Jahr keine Bienen mehr!
Wie gesagt ist diese Situation zurückzuführen auf das letzte katastrophale Jahr, was einfach ein sehr grosser Stress für die Bienen darstellte. Jetzt sind sie sich am erholen und ich bin sicher dass es all die 3 Stöcke schaffen werden. Sogar der Stock N°106g, denn er schlägt sich wacker und ich denke dass er den Kampf gewinnen wird.

Da sieht man nun den entscheidenden Punkt. Die Stöcke müssen durch die Krise und wenn sie diese gewinnen, dann haben sie es geschafft.
Und das hat sich so noch fast kein Imker in Mitteleuropa gewagt.
Es ist aber der einzige Weg um zu resistenten Bienen zu gelangen und den zeigt uns ganz klar Ed&Dee Lusby auf.
Wir dürfen da keine Kompromisse eingehen und vor allem dürfen wir nicht behandeln. Man hat mich des Aufrufs zum Völkermord bezichtigt. Aber sind denn die Leute sich nicht im klaren dass wir endlich unsere Bienen wieder dazu brinben müssen, dass sie sich aus eigener Kraft verteidigen? Und das geht halt nun mal NUR so wie es uns Ed&Dee Lusby vormachen. Ich sehe leider kein anderes verlässliches System auf das ich meine Imkerei aufbauen könnte und das ich mit voller Überzeugung weiterempfehlen könnte. Natürlich wird es Verluste geben, aber mit der Aussicht auf Erfolg.

Somit appelliere ich an alle die sich als Kämpfer sehen, dass sie aktiv mit dem System von Ed&Dee Lusby arbeiten und KEINE Kompromisse eingehen. Wie wir da genau vorgehen müssen, das besprechen wir im neuen Forum, wo wir uns auch gegenseitig unter die Arme greifen indem wir genauestens alle Stöcke dokumentieren. Wir werden auch keine Imker brauchen können in unserem neuen Forum, die keine aktiven Kämpfer sind und "nur mal so testen wollen was es mit den kleinen Zellen auf sich hat". Denn so wird es nie klappen.

Zur Orientierung haben wir ein neues Konzept erstellt das wir weiter ausarbeiten werden undauch ein Rezept wie man vorgehen sollte.
liebe Grüße
bee

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