Vorteile kleinzelliger Bienen

hier veröffentlichen wir laufend wichtige Themen in Bezug auf Resistenzzüchtung

Vorteile kleinzelliger Bienen

Beitragvon bee » Mo Dez 02, 2013 8:28 pm

ich möchte hier mal versuchen nach und nach all die Vorteile der kleinzelligen Bienen zusammenzustellen.

Verlängerte Flugzeiten kleinzelliger Bienen

Heute hat Dee Lusby was interessantes geschrieben in ihrem amerikanischen Forum.

Es ging darum dass einer schrieb dass seine Bienen bei 14°C flogen und sogar etwas Pollen brachten.
Dee entgegnte dass die kleinzelligen Bienen bei diesen niedrigen Temperaturen an Stellen die Wärme speichern, wie Felsen etc, immer was finden ..
.....während die dicken grosszelligen Bienen das nicht tun können, denn die kleinen fliegen bei niedrigeren und auch bei höheren Temperaturen und auch früher am Morgen und später am Abend.....

Dee Lusby hat geschrieben:there is always some pollen with temps in 70s and even 60sF
weather............for stuff near rocks and other physical doings radiate heat for
keeping things blooming though not in large quantity and small ferals can find it
normally which you seem to have happening...............while big fat LC
bees cannot do that, for smaller flys at lower temps and higher temps and
earlier and later in daytime also..........................so what ever ground
cover or other is blooming is nice............for even out here in 60s/70s
weather the bees are bringing some stuff back.....though not
much........but it's more butting the hills up higher and not the valleys so much.
liebe Grüße
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die kleineren Bienen können in kleinere Blüten fliegen.

Beitragvon bee » Mo Dez 02, 2013 8:31 pm

die kleineren Bienen können in kleinere Blüten fliegen.

Ein Bericht kommt aus Chile wo Florencio folgendes berichtet:
Hallo zusammen.
Vor einiger Zeit habe ich etwas über die Bestäubung in dem anderen Forum erzählt.
Ist dies außergewöhnlich, oder ist es nur ein Zufall?
In einigen Weinbergen mit schwarzer Muskat Rebsorte und auch mit rosafarbener Sorte wuchsen immer Trauben mit unendlich vielen winzigen Beerchen und zwischendurch einige Standardbeerengrößen.
Nun, in dieser Saison merkte ich, dass sich die Situation geändert hat. Bei vielen Trauben überwiegen jetzt bei weitem die normalen Beerengrößen und viele Trauben sind jetzt vollkommen normal in der Größe.
Auch habe ich eine Situation beobachtet, mit einer Art von Strauch, der nicht aus der Gegend stammt. Er machte immer Blüten die aber nie zu Früchten reiften. Ein weiteres Exemplar befindet sich bei einem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit dem gleichen Zustand. Aber in diesem Jahr geschah es, dass beide eine riesige Menge an köstlichen Frucht erzeugten. Ich muss weiter kommentieren, dass heuer im Frühjahr, als sie in Blüte standen, mir klar wurde dass sie durch eine große Zahl von Bienen besucht wurden. In den vergangenen Jahren ist das nicht vorgekommen.
All dies geschieht an dem Ort, wo ich meine kleinzelligen Bienenstöcke habe.
Was denkt ihr darüber?
Ich würde gerne Komentare haben
Grüße.
Florencio.


Das steht im Einklang mit dem was uns Dee Lusby erklärt:
Indem wir die Zellengröße zurück zum natürlichen vorkommenden Spektrum verkleinern, passen wir uns besser der natürlichen Flora, die nicht vom Menschen hybridisiert worden ist, an. Dh die Bienen können in kleinere Blüten fliegen.

http://www.resistantbees.com/dee.html#flora :wink:

Unser Freund Benjamin berichtet etwas ganz ähnliches im Norden von Spanien, in Asturien.

Seitdem er seine kleinzelligen Bienen dort stehen hat, bekommt ein Baum, der soweit er weiss nur immer blühte, nun sehr viele Früchte. Es ist aber noch nicht ganz klar um welchen Baum genau es sich handelt.
Jemand meinte dass es sich um einen wilden Birnbaum handelte.
liebe Grüße
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Um 24 Stunden verkürzte Brutdauer bei kleinzelligen Bienen

Beitragvon bee » Mi Dez 04, 2013 8:39 pm

Um 24 Stunden verkürzte Brutdauer bei kleinzelligen Bienen

Es scheint dass von 4,9mm nach unten die Bienen in ihr natürliches Gleichgewicht kommen. Bei 4,9mm und auf 32mm reduziertem Abstand zwischen den Waben, steigt die Temperatur im Nest, sodass wir einen Tag weniger Brutdauer bekommen. 20 statt 21 Tage, die Bienen laufen der Varroa davon. Das weiß natürlich die Milbe und geht im Sommer ausschließlich in die Drohnenbrut, weil sie sich in der Bienenbrut nicht vermehren kann. Die asiatische Biene cerana und die afrikanische, die keine Varroaprobleme haben, bauen kleine Zellen.

Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
- 8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
- 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der Varroanachkommen

Bushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.

Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
- verdeckelt 8 Tage nach Eiablage - geschlüpft 19 Tage nach Eiablage


Eine Beobachtung aus dem Jahre 1791:
Die beobachteten Bienen durch François Huber 4 September 1791, schlüpften nach 18 einhalb Tagen!

"The worm of workers passes three days in the egg, five in the vermicular state, and then the bees close up its cell with a wax covering. The worm now begins spinning its cocoon, in which operation thirty-six hours are consumed. In three days, it changes to a nymph, and passes six days in this form. It is only on the twentieth day of its existence, counting from the moment the egg is laid, that it attains the fly state."
Bush: Keep in mind that on the 1st day no time has elapsed and on the 20th 19 days have elapsed. If you have doubts about this add up the elapsed time he refers to. It adds up to 18 ½ days.
liebe Grüße
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längere Lebensdauer kleinzelliger Bienen

Beitragvon bee » Do Dez 05, 2013 8:36 pm

Ein weiterer Punkt ist, dass kleinzellige Bienen eine viel längere Lebensdauer haben, 8 bis 12 Wochen (Ed&Dee Lusby). Die normalen, grosszelligen Bienen haben nur eine Lebenserwartung von 6 Wochen, die durch die Anwendung von Chemie im Bienenstock wie Varroabekämpfungsmittel etc, noch um einiges verkürzt wird. Die verlängerte Lebensdauer der Bienen resultiert in enorm starken Völkern und die zu verrichtende Arbeit im Stock kann von viel mehr Bienen erledigt werden, was eine Voraussetzung für ein gesundes Immunsystem ist. Immerwährender Stress, durch die gleiche Menge zu verrichtender Arbeit, mit zu wenigen Bienen, kratzt am Abwehrsystem der Bienen.

Den Zusammenhang zwischen Zellengröße, Lebensdauer der Bienen und hygienischem Verhalten erkläre ich in folgendem Video:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Lb2rigB9Co0[/youtube]

Warum leben die kleinzelligen Bienen länger?
Wir lernten dass die Bienen normal im Sommer 6 Wochen leben. Die Erfahrung zeigt heute, dass die Lebensdauer der Bienen, die in mit Chemie und Säuren behandelten Stöcken wohnen, erheblich kürzer ist. (Dr. Fernando Calatayud, Valencia)

Im Winterhalbjahr kann eine Biene mehr als 6 Monate leben.
Warum so lange?
Weil sie sich nicht durch so viel Arbeit erschöpfen muss.

Bei den kleinzelligen Bienen haben wir ein viel kompakteres Brutnest durch die kleinere Zellengröße und auch durch den kleineren Wabenabstand.
3 Zargen Langstroth kleinzelliger Bienen haben genausoviele Zellen wir 4 Zargen großzelliger Bienen.
Somit ist das Volumen des Brutnests entschieden geringer und es sind weniger Bienen für dieselbe Arbeit nötig.

Wir wissen nun, dass die Problematik unserer heutigen, bedrohten Bienenvölker durch zu viel Stress verursacht wird. Stessfaktoren sind die Krankheiten, die Chemie im Bienenstock, falsch angeordnete Waben, zu große Zellengrößen, nicht an die Umgebung angepasste Bienenrassen, kontaminiertes Wachs, zu viel oder zu wenig Drohnenbrut, zerstörte Mikrofauna, Imkerpraktiken die nicht bienengerecht sind wie zB Absperrgitter, Schwarmverhinderung, profitorientierte Zuchtauswahl, Wanderung, Fütterung mit künstlichen Nahrungsmitteln, Kunstpollen, Sirup etc etc.

Und wer zu viel Stress ausgesetzt ist, wird krank und sein Immunsystem wird entschieden geschwächt.

Die Bienen müssen sich bei den kleinzelligen Stöcken nicht immer bis zur absoluten Erschöpfung verausgaben, denn für dieselbe Arbeit sind weit mehr Bienen vorhanden. Sie leben länger.

Je größer der Stock wird, umso entspannter wird die Situation.

Putzverhalten, VSH, hygienisches Verhalten, kahlköpfige Brut ist alles dasselbe. Das kann man auch erzüchten, ist dann aber nicht stabil. Wenn das so wäre, dann hätten wir durch die jahrzehntelangen Resistenzzüchtungen schon viel größeren Erfolg haben müssen.

Eine weitere interesante Beobachtung, die ich bei Stöcken machte, die anfingen sich von selbst gegen die Milben zu wehren war, daß die Konsistenz und die Menge des Propolis sich änderte. Viel viel mehr Propolis und ungaublich klebrig. Aber nur in dieser Übergangszeit, später wurde es wieder normal in Menge und Beschaffenheit.
liebe Grüße
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Varroen bevorzugen die Drohnenbrut

Beitragvon bee » Sa Dez 07, 2013 6:55 pm

Bei den kleinzelligen Bienen wird von den Varroen die Drohnenbrut noch weit mehr bevorzugt als bei den herkömmlichen grosszelligen Bienen.

Dee Lusby:
Mit den meisten auf dem Markt befindlichen, künstlich hergestellten Mittelwänden, deren Zellgrößen näher an der natürlichen Größe der Drohnenzellen als an der natürlichen Arbeiterinnenzellen liegen, wurde ein Pseudo-Effekt geschaffen, indem dass die parasitierenden Milben nun die Arbeiterinnen als neue Futterquelle betrachten. Das gibt es in der Natur so nicht.
In der Natur ist die Vermehrung der Milben, bei der Apis cerana, hauptsächlich auf die normalerweise sehr geringe Anzahl der von ihnen gebauten Drohnenzellen beschränkt; und auch durch sehr wenige weibliche Milben, die sich in der Arbeiterinnenbrut entwickeln. Das wird nur am Rande des Brutnests durchgeführt, wo die Larven am kühlsten sind und dadurch eine genügend lange Entwicklungszeit aufweisen, damit die Entwicklungszeit für einige Milben lange genug ist, um die Geschlechtsreife zu erlangen.

Man weiß, daß man Apis cerana und Apis mellifera nicht erfolgreich kreuzen kann und lebensfähige Nachkommen erzeugen kann. Aber sie sind dennoch so eng verwandt, dass wir bei ihnen studieren, lernen und nachahmen können, um unsere Bienen wieder unter Kontrolle bringen.

Nun zum Thema des Pseudo-Effekts, der unsere Arbeiterinnenbienen als Drohnen erscheinen lässt, oder besser gesagt als neue Futterquelle gesehen wird. Das Aufnahmevermögen einer Drohnenzelle für Nahrung ist doppelt so groß wie das der Arbeiterinnenzelle, obwohl die Drohnenzelle im Verhältnis nur 20% größer ist. Der Inhalt der Drohnenzelle beherbergt auch mehr juveniles Wachstumshormon III, welches bei der Varroa, die vom Blut der Drohnenlarve frisst, die Eiablage auslöst. Bei der Apis cerana ist ungenügendes juveniles Wachstumshormon III vorhanden um die Eiablage der Milben in der Arbeiterinnenbrut stimulieren zu können.
........

Prof Baudoux maß in Belgien Arbeiterinnenzellen zwischen 5 und 5,35mm. Normalen Drohnenzellen wies er 5,5mm zu und 5mm den Arbeiterzellen. Er fand sogar heraus, dass die 5,5mm Drohnenzellen doppeltes Futter Volumen der 5mm Arbeiterbienenzellen aufwiesen und damit Mullendorfs Ergebnisse bestätigte. Wenn wir dann bedenken, dass wir heutzutage Mittelwände mit Zellgrößen bis 5,7mm auf dem Markt haben, ist es nicht schwer zu verstehen, wie katastrophal deren Gebrauch durch die Imker sein kann. Die Milben werden von der Arbeiterinnenbrut angezogen, durch einen Pseudo Effekt, der ihnen dieselbe Futterquelle vorspielt, wie die, der sonst bevorzugten Drohnen.

Und man muß bedenken, wieviel Mittelwände mit 5,44mm auf dem heutigen Markt sind, was sehr nahe der 5,5mm durch Baudoux gemessenen Drohnenzelle ist.

Könnte das nicht auch die Milben anziehen, indem diese, durch den Pseudo Effekt, die Bienenbrut für Drohnenbrut halten?

Die Frage ist dann, wie groß ist dann zu groß?

Ich würde sagen dass zu groß ist, wenn ein Volk beginnt verwirrt zu werden, was zu Streß führt und folglich zu Krankheit, was dem Imker dann offensichtlich zeigt, dass etwas nicht stimmt im Volk


hier nachzulesen:
http://www.resistantbees.com/zelle.html

Und nun wird klar von welch hoher Bedeutung die Drohnen im Bienenvolk sind:
http://www.resistantbees.com/droh.html
liebe Grüße
bee

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Tracheenmilben kommen nicht mehr ins Innere der Bienen

Beitragvon bee » So Dez 08, 2013 8:48 pm

Dee Lusby:
Da die Größe der Bienen durch die Größe der Zelle vorgegeben ist und die Größe der Zelle die Größe des Thorax der Arbeiterbiene regelt, haben wir auch die Tracheenmilben unter Kontrolle, indem wir die vorderste Atemöffnung verkleinern, wodurch sich diese Milben nicht mehr in die Lungen der Bienen begeben können.

Indem wir die Vermehrung der Varroamilben und Tracheenmilben vermindern (beides durch das USDA Tucson Laboratorium nachgewiesen), beide Milben sind in unserer Gegend bekannt auf unseren Bienen, können wir damit eine Verminderung der Folgekrankheiten erreichen. Das geschieht durch Verminderung von offenen Wunden, die von den Milben, die am Exoskelett der Bienen nagen und dies durchbeißen um ihr Blut trinken zu können, was zu Virus-, bakteriellen und Pilzinfektionen führt.


Noch was zum Problem der Tracheenmilbe, acarapis woodi. Hier auf der Insel La Palma, sind, als ich ankam vor 25 Jahren, fast alle Bienen an der Tracheenmilbe eingegangen. Dann haben die Imker Menthol angewendet und es ging wieder aufwärts – bis die Varroa kam. In den Bienen, die aus 4,9mm Zellen schlüpfen, ist das vorderste Luftröhrenpaar, oder vordere Tracheenöffnung, durch die diese Milben ins Innere der Bienen gelangen können, so klein, daß die Milben nicht mehr hindurchpassen – wzbw. Das Problem hatten die Lusbys zu Beginn und verschwand schlagartig mit der Verkleinerung der Zellen.
liebe Grüße
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hygienisches Verhalten kommt viel eher zum Tragen

Beitragvon bee » Sa Dez 14, 2013 7:11 pm

Das hygienische Verhalten ist das Ausräumen der von Varroen infizierten Brutzellen durch die Bienen und das kommt viel eher zum Tragen bei kleinzelligen Bienen.

Dee kommentiert, dass das Putzverhalten (wir nennen das die kahlköpfige Brut) vor allem abhängt von der Anzahl der Bienen für die notwendige Arbeit.


Bild

Da gibt es Prioritäten, oder sagen wir mal eine Hierarchie. Brut füttern ist wichtiger als putzen zum Beispiel.
Doch da die Lebensdauer der kleinzelligen Biene erheblich länger(8-12 Wochen) ist als die der großzelligen, haben wir viel mehr Bienen für dieselbe Anzahl von Arbeiten verfügbar.
Und stellen wir uns mal vor, was die alles tun müssen, Brut füttern, Zellen säubern, alles mit Propolis schellackieren, Honig trocknen, ventilieren, Nektar, Wasser, Pollen holen, Eingang bewachen etc etc.
Das heißt, dass bei den kleinzelligen Bienen viel früher damit begonnen wird, die Varroa aus den befallenen Zellen zu entfernen. Und das stimmt vollkommen mit unseren Erfahrungen überein. Wenn wir kleinzellige und großzellige Stöcke, die dieselben Mütter haben, betrachten, sehen wir in den ersteren die kahlköpfige Brut und in den letzteren keine. Das kommt erst dann, wenn es schon zu spät ist.
Natürlich kann und muß man auch auf das Putzverhalten züchten, aber nach unserer Erfahrung ist das oben beschrieben weitaus wichtiger und grundlegender.
Wir sehen also, dass wir mit den kleinen Zellen eine viel bessere Ausgangssituation haben und können dann viel einfacher mit der Zuchtauswahl in die richtige Richtung lenken.

Michael Bush machte einige Tests. Er kaufte normale kommerzielle Königinnen verschiedener Rassen und brachte einen Teil auf kleine Zellen und den anderen Teil auf gängige, große Zellen. Alle kleinzelligen Völker zeigten das hygienische Verhalten, die grosszelligen nicht. QED.

Die Zusammenhänge werden in diesem Video genauer erklärt:
http://www.youtube.com/watch?v=Lb2rigB9Co0
liebe Grüße
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