Klärung des Weges

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Klärung des Weges

Beitragvon bee » Sa Mär 23, 2013 8:58 pm

Wir kopieren hier auf einer kleinen Insel im Atlantik, La Palma, seit 11 Jahren das System behandlungsfreier Bienenhaltung von Ed und Dee Lusb, Arizona. Zu unserer eigenen Überraschung funktioniert das seit ein paar Jahren viel besser als je erträumt.

Nun ist die Frage wie sich dieses System, das wohl das Einzige mit mehr als 25 jähriger Erfahrung weltweit ist, auf die mitteleuropäische Situation anwenden lässt.

Es wurden in letzter Zeit Kritiken laut die sagen "ja bei euch in der intakten Natur, weit weg von anderen, fremden Bienenstöcken ist das einfach, aber bei uns klappt das so nicht".
Zum einen kann man das nicht so sagen, denn bisher hat niemand dieses System komplett in Mitteleuropa in die Realität umgesetzt. Es gibt einige Imker die ihre Bienen wohl auf kleinen Zellen halten, aber der Rest des Systems wird nicht befolgt.
Zum anderen muss ich berichten dass die Umstellung bei uns hier auf keinen Fall einfach war. Es war ein grosser Kampf mit vielen Verlusten.

Und warum Verluste?
Da gibt es zwei wichtige Punkte.
Einmal hat sich anscheinend niemand mit der Tatsache auseinander gesetzt dass die Bienen, wenn sie auf sich selbst gestellt sind, ohne Behandlungen, auch erst mal lernen müssen mit den Problematiken zu Recht zu kommen. Sie müssen durch die unweigerlich kommende Krise. Wenn sie diese meistern, dann ist es möglich dass sie es weiter alleine schaffen.
Und zum zweiten muss erst mal der Imker lernen wie er in solchen Krisensituatonen reagiert und wie er überhaupt mit Bienen umgehen muss, die auf sich selbst gestellt sind.
Ich kann nur aus meiner Erfahrung schildern dass die Art und Weise mit diesen Bienen zu imkern sich komplett von dem unterscheidet was man bisher kannte. Die Bienen ändern ihr Verhalten!

Im wesentlichen besteht das System von Ed & Dee Lusby darin dass man möglichst ALLE Stressfaktoren von den Bienen abhält. Stress schwächt das Abwehrsystem und Krankheiten sind die Folge. Stress sind zB zu grosse Zellengrößen, falsche Anordnung der Waben, Behandlungen mit Säuren, mit Chemie, mit Essenzen, Schwarmverhinderung, Wandern, Drohnenschneiden, falsche Proportion des Drohnenbaus, nicht bienengemäße Zuchtpraktiken und Auslese, Kunstschwärme erstellen nach der Honigernte etc etc.
Wir sind uns oft gar nicht im Klaren dass die gewohnte Art und Weise, die auch allgemein anerkannt sein kann, im Prinzip gegen die Bienen ist und an ihrem Immunsystem nagt.

Hinzu kommen in Mitteleuropa die Umweltgifte, die Monokulturen und vor allem die hohe Bienendichte. Da ist klar dass man fast in einer ausweglosen Situation steckt.

Dennoch bin ich der Überzeugung dass kleinzellige Bienen in diesem System auch bei solchen Belastungen eine grosse Chance haben. Doch dazu ist es notwenig einen gangbaren Weg auszuarbeiten. Der Anfang war das neue Konzept, das wir aber zusammen verfeinern müssen.

Um das gemeinsam ausarbeiten zu können, werden wir ein neues Forum erstellen.

Ein weiteres Problem sehe ich darin dass viele Neuimker anfangen wollen mit kleizelligen Bienen.
Ich verwende immer einen Vergleich hier.
Wir haben hier im Gebirge auf 2500m astronomische Teleskopanlagen, die auf dem allermodernsten technologischen Stand sind. Wenn jetzt an der elektronischen Steuerung etwas defekt ist, holt man da einen Elektriker im ersten Lehrjahr der Stechdosen anschraubt, oder braucht man einen Spezialisten? Und daselbe gilt beim System von Ed&Dee Lusby. Da wird seit mehr als 30 Jahren Varroaresistenzucht von den Bieneninstituten auf der ganzen Welt betrieben. Und wo sind die Ergebnisse? Nichts, ausser ein paar Völkern die irgenwo überlebten. Aber das System von Ed&Dee Lusby funktoniert in vielen Plätzen der Welt und das seit 25 Jahren. Aber das ist Bienen-high-tech und wenn der Neuling Probleme hat die Königin von den Arbeiterbienen zu unterscheiden, dann müssen wir ganz klar sagen - So geht das nicht!
Also müssen wir für die Neulinge auch einen gangbaren Weg ausarbeiten dass sie sich Schritt für Schritt herantasten können. Der enorme Vorteil der Anfänger ist dass sie nicht vorbelatstet sind, denn jeder erfahrene Imker scheint zu meinen dass sein Weg der beste sei (mich eingeschlossen ;-).

Wir werden diese Klärung unseres Weges in unserem neuen Forum bewerkstelligen. Deshalb bitte ich um etwas Geduld, denn das muss wohl überlegt und geordnet sein, sonst gibt es erneut ein Chaos wie im alten Forum, wo alle Ordnung im Wirrwarr der Nachrichten unterging.

Unser Vesuch ist es neue, gangbare und erprobte Wege aufzuzeigen und wir werden nur Erfolg haben wenn die Imker die bei uns mitmachen, mit vollem Einsatz versuchen das System von Ed&Dee in die Realität umzusetzen. Und keine halben Sachen. Denjenigen rate ich allen Ernstes die Finger von den kleinen Zellen zu lassen, denn sie werden Schiffbruch erleiden.
Alles oder nichts ist die Devise!
liebe Grüße
bee

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