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Mehrfachbesetzung von Bienenbrutzellen durch Varroen

Beitragvon bee » Mo Jul 30, 2018 6:55 pm

guten Abend,

ich hab erst heute wieder gesehen dass es Mehrfachbesetzung von Milben in der Bienenbrut gibt. Ich sah da 3 Milben in einer Bienenbrutzelle, die kurz nach dem Verdeckeln war, also haben die noch keine Nachkommen haben können. Und allgemein hatte dieser Stock gar nicht viele Milben in der Bienenbrut.
Wenn wir Mehrfachbesetzungen in der Bienenbrut bei meinen 4,83mm Zellgröße haben, dann haben diese Milben keine Nachkommen!!!

Die Frage ist nur wie die Bienen es schaffen, dass da mehrere Milben in ein und dieselbe Zelle gehen, obwohl sie sich darin nicht vermehren können.
:nachdenk:


hier meine Untersuchungen zu Mehrfachbesetzungen in der Drohnenbrut:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=2445

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das hygienische Verhalten – aktive Varroaabwehr

Beitragvon bee » Mo Jul 30, 2018 7:13 pm

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In der Sommerzeit kümmert es die Bienen eigentlich kaum, was die Varroa so macht, denn sie konzentriert sich in den kleinzelligen Völkern va auf die Drohnenbrut. Fortgeschrittene Völker putzen auch hier laufend die Milben aus. Doch solange die Drohnenbrut da ist, besteht kaum ein Verlangen von seiten der Biene da einzugreifen. Im Grunde ist ja auch nicht nur die Varroa die Gefahr, sondern vor allem auch die Folgekrankheiten.

Erik, aus Schweden, erzählt dass die Bienen dort, als die Varroa ankam, bis zu 20.000 Milben pro Stock überstanden, ohne dem DWV Virus (Virus derdeformierten Flügel) zum Opfer zu fallen. Dann fingen sie an, mit Säuren zu behandeln und die Folge war, dass sie die Bienen dadurch derart schwächten, dass schon mit 1000 oder 2000 Milben deformierte Bienen auftauchten. Also sehen wir, dass das alles sehr viel mit Stress zu tun hat und durch die Chemie das Abwehrsystem enorm geschwächt wird.

Das Interessante ist jetzt, dass in Spanien die Resistenz auf den DWV Virus zunimmt (nach Dr. Fernando Calatayud, Biologe, Valencia, Spanien). Dort wird nicht mit organischen Säuren gegen die Varroamilben behandelt., doch in Schweden werden sie ausschließlich eingesetzt. Das bedeutet, daß sehr wahrscheinlich die Anwendung von Säuren die Resistenz gegen den DWV Virus herabsetzt. Das erscheint logisch, wenn man bedenkt, dass diese Löcher in das Exoskelett der Bienen fressen.

-> mehr lesen:
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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon Hans Aichinger » Di Jul 31, 2018 9:27 pm

Hallo bee!

bee hat geschrieben:Das Interessante ist jetzt, dass in Spanien die Resistenz auf den DWV Virus zunimmt (nach Dr. Fernando Calatayud, Biologe, Valencia, Spanien). Dort wird nicht mit organischen Säuren gegen die Varroamilben behandelt., doch in Schweden werden sie ausschließlich eingesetzt. Das bedeutet, daß sehr wahrscheinlich die Anwendung von Säuren die Resistenz gegen den DWV Virus herabsetzt. Das erscheint logisch, wenn man bedenkt, dass diese Löcher in das Exoskelett der Bienen fressen.


Diesen obigen Absatz kann ich nur bestätigen!!!

Das ist auch bei uns in Österreich so. In meiner Tätigkeit im Sperrkreis der AFB als Sachverständiger im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft (Amtstierarzt) im Bezirk Schärding musste ich im vorigen Jahr 180 Bienenvölker untersuchen, im Jahr 2014 waren es 400 und stellte dieses Problem des DWV-Virus immer wieder fest. Die Imker, denen diese untersuchten Bienenvölker gehörten behandelten immer mit Ameisensäure und Oxalsäure und können es nicht glauben, dass meine Bienenvölker leben, obwohl ich nicht behandle. Sie zeigten sich sehr interessiert an meinen Erklärungen, aber an die Durchführung der behandlungsfreien Imkerei hat sich nur Andi gewagt, der auch mit bei uns im Forum ist.

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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon bee » Do Aug 02, 2018 6:43 pm

hallo Hans,
Hans Aichinger hat geschrieben:...Die Imker, denen diese untersuchten Bienenvölker gehörten behandelten immer mit Ameisensäure und Oxalsäure und können es nicht glauben, dass meine Bienenvölker leben, obwohl ich nicht behandle. Sie zeigten sich sehr interessiert an meinen Erklärungen, aber an die Durchführung der behandlungsfreien Imkerei hat sich nur Andi gewagt, der auch mit bei uns im Forum ist.


da stellt sich immer wieder die Frage WARUM fast niemand umstellen will.
Wollen sie nicht oder können sie nicht?
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Re: Mehrfachbesetzung von Bienenbrutzellen durch Varroen

Beitragvon Alejandro » Do Aug 02, 2018 9:59 pm

bee hat geschrieben:guten Abend,

ich hab erst heute wieder gesehen dass es Mehrfachbesetzung von Milben in der Bienenbrut gibt. Ich sah da 3 Milben in einer Bienenbrutzelle, die kurz nach dem Verdeckeln war, also haben die noch keine Nachkommen haben können. Und allgemein hatte dieser Stock gar nicht viele Milben in der Bienenbrut.
Wenn wir Mehrfachbesetzungen in der Bienenbrut bei meinen 4,83mm Zellgröße haben, dann haben diese Milben keine Nachkommen!!!

Die Frage ist nur wie die Bienen es schaffen, dass da mehrere Milben in ein und dieselbe Zelle gehen, obwohl sie sich darin nicht vermehren können.
:nachdenk:


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ich denke mal, dass es mit der Produktion eines Hormons zu tun hat, was die Anziehung der Varroa verstärkt.
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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon Alejandro » Do Aug 02, 2018 10:01 pm

bee hat geschrieben:hallo Hans,
Hans Aichinger hat geschrieben:...Die Imker, denen diese untersuchten Bienenvölker gehörten behandelten immer mit Ameisensäure und Oxalsäure und können es nicht glauben, dass meine Bienenvölker leben, obwohl ich nicht behandle. Sie zeigten sich sehr interessiert an meinen Erklärungen, aber an die Durchführung der behandlungsfreien Imkerei hat sich nur Andi gewagt, der auch mit bei uns im Forum ist.


da stellt sich immer wieder die Frage WARUM fast niemand umstellen will.
Wollen sie nicht oder können sie nicht?
:nachdenk:


Diese Frage, ohne dabei jemanden auf die Füße zu treten, ist nicht so einfach zu beantworten.
Die Gründe sind multifaktoriell.
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wer kann ein paar 5,1mm entbehren?

Beitragvon bee » Fr Aug 03, 2018 7:24 pm

guten Abend,
unser grandioser Kollege Benjamin berichtet aus Asturien in Nordspanien dass dort die Tendenz zu 5,1mm Zellgröße wächst. Die Imker meinen dass sie dann mehr Bienen hätten mit 5,1, doch an das 4,9 wagen sich noch nicht so viele, abweer Benjamin hofft dass sie sich dennoch an die 4,9 wagen werden.

Benjamin behandelt seine Bienen seit einigen Jahren nicht mehr und hat sehr grosse Erfolge aufzuweisen.

Nun möchte er ein paar alte Gussformen umrüsten auf 5,1, um diesen Kollegen unter die Arme zu greifen.
Nun ist die Frage:
Hat jemand vier 5,1mm Mittelwände aus Schweden und könnte sie Benjamin zur Verfügung stellen?
Das wäre Klasse.
:wink:

es wird doch jemand 4 Stück 5,1mm Mittelwände aus Schweden rumliegen haben!!??
wir MÜSSEN dem Benjamin da helfen!
liebe Grüße
bee

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Beweise daß die Bienenzellen früher kleiner waren

Beitragvon bee » Fr Aug 03, 2018 7:49 pm

Beweise daß die Bienenzellen früher kleiner waren – Verleugnung der Geschichte

Immer wieder erscheinen besonders in deutscher Sprache Artikel, denen zufolge eine Vergrößerung der Zellmaße geschichtlich nie stattgefunden habe; vielmehr sei das, was passiert ist, eine Rückkehr zum normalen, größeren Zellmaß. Und die Verkleinerung der Zellgröße sei etwas unnatürliches. Wie kommt das?

In englischer Sprache gibt es viele Textquellen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die keinen Zweifel daran lassen, dass eine Vergrößerung des Zellmaßes stattgefunden hat. (Zu nennen sind hier: Wildman, Cowan, Root, Cheshire, Bee World aus den 1930ern, etc.)

Die Ikone Enoch Zander:

Eine der alten deutschen Ikonen der Bienenhaltung ist Enoch Zander (1873 – 1957). Sein Buch „Die Zucht der Biene“ wurde erstmals 1920 veröffentlicht. Nach seinem Tod erschienene Ausgaben wurden unter dem geänderten Titel „Haltung und Zucht der Biene“ herausgegeben; sie wurden von Friedrich K. Böttcher überarbeitet. 1989 erschien es in 12. Auflage. Dieses Buch ist das klassische Buch über Bienenhaltung in Deutschland.

weiter lesen:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=1831

aus dem Buch „Die Zucht der Biene“ von Enoch Zander:
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Re: wer kann ein paar 5,1mm entbehren?

Beitragvon Alejandro » Sa Aug 04, 2018 12:46 am

bee hat geschrieben:guten Abend,
unser grandioser Kollege Benjamin berichtet aus Asturien in Nordspanien dass dort die Tendenz zu 5,1mm Zellgröße wächst. Die Imker meinen dass sie dann mehr Bienen hätten mit 5,1, doch an das 4,9 wagen sich noch nicht so viele, abweer Benjamin hofft dass sie sich dennoch an die 4,9 wagen werden.

Benjamin behandelt seine Bienen seit einigen Jahren nicht mehr und hat sehr grosse Erfolge aufzuweisen.

Nun möchte er ein paar alte Gussformen umrüsten auf 5,1, um diesen Kollegen unter die Arme zu greifen.
Nun ist die Frage:
Hat jemand vier 5,1mm Mittelwände aus Schweden und könnte sie Benjamin zur Verfügung stellen?
Das wäre Klasse.
:wink:

es wird doch jemand 4 Stück 5,1mm Mittelwände aus Schweden rumliegen haben!!??
wir MÜSSEN dem Benjamin da helfen!


Ich habe deine Gussform in 5,1 und 4,8, wenn es ihm hilft gerne.
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Re: Diskussionsforum für alle

Beitragvon Markus W. » Sa Aug 04, 2018 4:55 am

hallo bee,
mei, viele klammern sich halt an vermeintlich Alt - bee - währtem, haben Angst vor Veränderung, Angst vor wirtschaftlichen Einbußen, (klar, wenn ich den Bienen ausreichend Honig belasse für den Winter, dann kann ich halt auch weniger Honig verkaufen). Und dann auch noch auf kleine Zellen umsteigen? - viele glauben da einfach nicht dran, ein Imker sagte mir, als ich ihn fragte, was er denn von
4,9er Zellmaß halte: "da halt i gar nix davo, da han's ja bloß no so grouß wai a Staunzn" (übersetzt: " da halte ich nichts davon, da sind sie ja bloß noch so groß wie eine Mücke").
Meine Bienen haben von Anfang an nur Honig bekommen, - hab das neulich wieder gesehen, da hab ich ein Volk in eine neue Beute umquartiert, die Bienen waren absolut friedlich.
Wenn ich sehe, wie die Bienen heutzutags vielen Umwelteinflüssen (Spritzmittel, Klimaveränderung) ausgesetzt sind, und dann auch noch die Varroa, sie da wider besseren Wissens auch noch mit minderwertigem Zuckerwasser abzuspeisen, das bring ich einfach nicht über's Herz.
Gegen den Strom zu schwimmen, ist anstrengend, wenn man versucht, in der Mitte des Flusses hoch zu schwimmen, und keine Ahnung vom Kehrwasser hat.
LG Markus
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