Die resistenten Bienen im amerikanischen Arnot Wald sind viel kleiner als normale Bienen

hier geht es wieder einmal um die Bienen im Arnot Wald, im Bundesstaat New York, USA.
Dort hat sich eine isolierte und resistente, wild lebende Bienengemeinschaft entwickelt:
http://archiv.resistantbees.com/ueberle … arnot-wald

Der massgebliche Forscher ist Tom Seeley, der diese Überlebensvölker seit vielen Jahren untersucht.

Nun reagierte Tom Seeley immer wieder ausweichend auf die wiederholten Fragen durch Dee Lusby, welche Zellgrößen diese wild lebenden Bienen nun wirklich bauten.
Auch reagierte er immer wieder sehr negativ auf Dee Lusbys Ausführungen zur künstlich vergrößerten Zellgröße unserer Bienen.

Nun erschien eine sehr interessante Studie, an der Tom Seeley massgeblich beteiligt war. Sasha Mikheyev, Assistenzprofessor für Ökologie und Evolution am Okinawa-Institut für Wissenschaft und Technologie (OIST) in Japan, ist der primäre Autor.

In dieser Forschungsarbeit aus dem Jahr 2015 geht es um folgendes:

Einige Honigbienenkolonien passen sich an tödliche Milben an

Eine neue genetische Studie über wilde Honigbienen gibt Hinweise darauf, wie sich eine Bevölkerung an eine Milbe gewöhnt hat, die Bienenvölker weltweit verwüstet hat. Die Ergebnisse können Imker und Bienenzüchter dabei unterstützen, den Rückgang der Honigbiene zu verhindern.

Hier zu lesen:
http://news.cornell.edu/stories/2015/08 … adly-mites

und da spricht Tom Seeley plötzlich davon, dass die Bienen im Arnot Wald kleiner sind:

Tom Seeley hat geschrieben:
Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

.

automatisch übersetzt:

Die Forscher analysierten genetisch aus Wildbienenvölkern gesammelte Museumsproben von 1977 und 2010 . Die Bienen kamen aus dem Arnot Forest der Cornell University. Beim Vergleich der Genome aus den beiden Zeiträumen zeigen die Ergebnisse – veröffentlicht am 6. August in Nature Communications – klare Beweise dafür, dass die Kolonien der wilden Honigbienen einen genetischen Engpass erlebten – einen Verlust der genetischen Vielfalt -, als die Varroa-Destruktor- Milben den Großteil der Honigbienenkolonien töteten . Aber einige Kolonien überlebten, so dass sich die Bevölkerung erholen konnte.

„Die Studie ist ein einzigartiger und leistungsfähiger Beitrag, um zu verstehen, wie Honigbienen durch die Einführung von Varroa destructor beeinflusst wurden , und wie sie, wenn man sie allein lässt, Widerstand gegen diesen tödlichen Parasiten entwickeln kann“, sagte Thomas Seeley, Professor für Biologie bei Cornell und dem leitenden Autor der Studie. Sasha Mikheyev, Assistenzprofessor für Ökologie und Evolution am Okinawa-Institut für Wissenschaft und Technologie (OIST) in Japan, ist der erste Autor der Studie.

Die Studie ist auch ein klarer Beweis für die Bedeutung von Museumssammlungen, in diesem Fall der Cornell University Insect Collection , und die Bedeutung wilder Orte wie des Arnell Forest von Cornell „, fügte Seeley hinzu.

In den 1970er Jahren untersuchte Seeley die Population wilder Honigbienenvölker ( Apis mellifera ) im Arnot-Wald und fand 2,5 Kolonien pro Quadratmeile. In den frühen 1990er Jahren hatte sich die V. destructor- Milbe in den USA bis in den Staat New York verbreitet und verheerende Bienenvölker. Die Milben befallen die Bienenbrutzellen  und ernähren sich von sich entwickelnden Bienen, während sie gleichzeitig virulente Viren übertragen.

Eine Analyse des Arnot Forest durch Seeley aus dem Jahr 2002 ergab, dass es genauso viele Bienenvölker gab wie in den späten 70er Jahren. Dies deutet darauf hin, dass entweder neue Völker aus Imkerbienenstöcken das Gebiet neu bevölkert haben oder dass die bestehende Population einer starken natürlichen Auslese unterzogen wurde und eine gute Resistenz entwickelt hatten.

Dank der Fortschritte in der DNA-Technologie, die zuvor zum Fragmentieren von fragmentierter DNA aus Neandertaler-Proben verwendet wurden, erhielten Mikheyev, Seeley und Kollegen 2010 die Werkzeuge für die Sequenzierung des gesamten Genoms und den Vergleich von Museums- und modernen Proben.

Die Ergebnisse zeigten einen enormen Verlust an Vielfalt der Mitochondriengene, die von Generation zu Generation nur durch die weibliche Linie weitergegeben werden. Dies zeigt, dass die wild lebende Population von Honigbienen einen genetischen Engpass erlebte. Solche Engpässe treten auf, wenn sich nur wenige Individuen vermehren, was den Genpool verringert. „Vielleicht haben nur vier oder fünf Königinnen den Wald überlebt und wieder besiedelt“, sagte Seeley.

Gleichzeitig weisen die überlebenden Bienen eine hohe genetische Diversität in ihren Kerngenen auf, die von sterbenden Kolonien weitergegeben werden, die noch männliche Bienen hervorbringen konnten. Die nukleare DNA zeigte weit verbreitete genetische Veränderungen, eine Signatur der Anpassung. „Selbst wenn es einer Kolonie nicht gut geht, kann sie immer noch eine Gruppe Drohnen produzieren, sodass die nuklearen Gene nicht verloren gingen“, sagte Seeley.

Diese Daten zeigen auch einen Mangel an Genen, die von außerhalb der Arnot Bienenvölker kommen, wie etwa von Bienen von Imkern.

Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

Als nächstes untersuchen die Forscher, welche Gene und Merkmale Resistenzen gegen Varroamilben vermitteln. Die Ergebnisse können den Imkern helfen, Pestizide zur Bekämpfung der Milben zu vermeiden und dem Prozess der natürlichen Auslese zu vertrauen und Bienenzüchtern die Entwicklung von Bienen mit den Merkmalen zu ermöglichen, die Bienen das Überleben in der Wildnis ermöglicht haben.

Die Studie wurde vom OIST und der nordamerikanischen Pollinator Protection Campaign finanziert.

Hier ist die Studie:
https://www.nature.com/articles/ncomms8991

auch als pdf zum herunterladen.

genetic_diversity.jpg

Die große Mehrheit der mitochondrialen genetischen Vielfalt in der alten Bevölkerung (blau) ist in der modernen Bevölkerung (rot) verloren gegangen. Der häufigste Haplotyp, der in vielen modernen Bienen vorhanden ist, und einer der alten Bienen ist identisch mit dem mitochondrialen Haplotyp53 von A. mellifera ligustica (Italienisch). Die moderne Bevölkerung scheint von einer relativ kleinen Anzahl von Königinnen abstammen zu haben.

Wildvolk im Arnot Wald:

tree460.jpg

Ein Kommentar:

ein Imkerkollege hat mir zu Tom Seeley einen sehr interessanten Kommentar geschickt :

Hallo bee,

war vor zwei Wochen in Weimar bei Bienensymposium, wo auch Seeley einige  Vorträge gehalten hat über die resistenten Bienen im Arnot Forest.

Ich fragte ihn, ob er die Bienen von Dee kenne und ob die Resistenz bei
ihm auch durch die kleinen Zellen erreicht wird.

Er antwortete, er kenne zwar die Methode von Dee, habe aber keinen
Kontakt, habe aber die kleinen Zellen getestet und konnte keine
Resistenz bei diesen Völkern feststellen.

Auch meinte er, die Resistenz von Dee komme nur von den afrikanisierten  Bienen und hätte eine total andere Genetik.

Insoweit überrascht mich doch der Artikel von dir, da er vor 14 Tagen
genau das Gegenteil erklärte. Für mich unverständlich war auch, dass die Forscher sich nicht mit den Imkern zusammentun, um die Bienengesundheit  und deren Erhaltung weiter voranzutreiben.

Gruß W.

Das ist nun überaus interessant was Tom Seeley da in Weimar geäussert hat.
Angeblich hat er die kleinen Zellen getestet und konnte dann keine Resistenz bei seinen Völkern feststellen.
ABER er sagt ja ganz klar, dass die Bienen im Arnot Wald kleiner sind:

Tom Seeley hat geschrieben:
Die überlebenden Bienen entwickelten sich kleiner, was darauf hindeutet, dass diese Bienen weniger Zeit benötigen, um sich zu entwickeln. Da die Milben Bienenbrutzellen befallen, kann sich die junge Biene durch die kürzere Brutzeit entwickeln, bevor die Milben ihre eigene Entwicklung beenden können. Milbenresistente Honigbienen in Afrika sind auch klein und haben kurze Entwicklungszeiten, sagte Seeley.

.

Und im Forschungsbericht wird das auch hervorgehoben:

Changes in body size and shape
Having found evidence of selection on developmental genes, we predicted that we would find morphological changes over time. Indeed, there has been an overall reduction in body size (head width: n=64, t43.3=−8.0, P=4.0 × 10−10; intertegular span: n=64, t62.8=−8.6, P=3.35 × 10−12; ………. African honey bees, which show resistance to V. destructor, are smaller than European honey bees. So the changes in size found here, if adaptive, resulted either from convergent adaptation or perhaps gene flow from honey bees of African descent.

.

Und kleinere Bienen setzen den Bau von kleineren Zellen im Brutnest voraus, ganz wie bei den afrikanischen Bienen, die Zellgrößen um die 4,7mm bauen.

Warum ist also Tom Seeley nicht in der Lage die Situation der kleinzelligen Bienen im Arnot Wald nachzuahmen? Die sind kleiner und resistent, aber er schafft es nicht!

Nun hat Erik Österlund vor kurzem in Graz einen Vortrag gehalten und Tom Seeley war auch unter den Vortragenden.
Erik ist ja ein vehementer Verfechter der kleinen Zellen. Er berichtete mir, dass er T. Seeley wiederholt nach der Zellgröße der Bienen im Arnot Wald gefragt hat. Dieser wand sich hin und her und wollte keine definitve Aussage machen, sagte Erik.
Dieser Forscher Tom Seeley ist mir schon etwas suspekt, denn ich las wie er berichtete, dass er einen resistenten Wildbienenstock im Arnot Wald absichtlich abtötete, um ihn untersuchen zu können. Dabei hantierte er mit einer Zyanverbindung und durch seine Ungeschicktheit hätte er sich beinah selbst vergiftet, berichtet er.
Warum in aller Welt muss man ein Überlebensvolk abtöten um es untersuchen zu können???

Und nun kommt die allerhöchste Frechheit von Tom Seeley. Er antwortete in Weimar auf die Frage unseres Kollegen:

Auch meinte er, die Resistenz von Dee komme nur von den afrikanisierten Bienen und hätte eine total andere Genetik.

.

Ed&Dee Lusby haben ihre Bienen 1986 von Prof. Dr. N. Koeniger vom INSTITUT FUR BIENENKUNDE in Frankfurt untersuchen lassen.
Auf Dees Webseite ist das seit vielen Jahren publiziert, doch immer wieder kommen dieselben Anfeindungen.
https://beesource.com/point-of-view/dee … iometrics/

Hier schrieb Professor Koeniger:

Wir haben jetzt die biometrischen Daten gemacht, und dies führte zu deutlichen Unterschieden Ihrer schwarzen Bienen im Vergleich zu der üblichen Mischung aus den USA. Ihre Bienen haben quantitativ eher Eigenschaften der Apis mellifera carnica und Apis mellifera caucasica. Der italienische Einfluss ist sehr begrenzt.

.

der Originalbrief:

Prof. Dr. N. Koeniger
INSTITUT FUR BIENENKUNDE
(Polytechnische Gesellschaft)
Fachbereich Biologie der J. W. Goethe-Universitat
Frankfurt am Main6370 Oberursel 1
Im Rothkopf 5
W.-GermanyMay 12, 1986Dear Mr. and Mrs. Lusby,
Thanks for the letter of March 19th and the samples of bees. We did the biometrics now and it resulted in clear differences of your black bees compared to the usual U.S. mixture. Your bees are quantitatively significant more towards Apis mellifera carnica und Apis mellifera caucasica. The Italian influence is very limited.We thank you again for your hospitality. Hope to meet you some day again. Attached you will find the values of your samples (cubital index).
SincerelyN. Koeniger

Wie Professor Koeniger sagt sind die Bienen von Ed&Dee Lusby deutlich den Bienen Carnica und Caucasica verwandt und zeigen einen deutlichen Unterschied zu den sonst üblichen amerikanischen Bienen.

Das ist seit 1986 publik und warum traut sich dann Tom Seeley zu behaupten, dass Lusbys Bienen afrikanisiert sind und daraus ihre Resistenz resultiert?

Macht er das absichtlich um sie in Misskredit zu bringen?

2 Antworten auf Die resistenten Bienen im amerikanischen Arnot Wald sind viel kleiner als normale Bienen

  1. S. sagt:

    Als Antwort darauf berichte ich euch was ich in Toms Berichten gelesen habe. Danach verwendet Tom von Bienenzüchtern erworbene Kunstschwärme als „Kontrollgruppe“ seiner durch ihn verwalteten Bienenstände. Er nimmt keine Wildbienen aus dem Arnot Wald, den er studiert. Dies scheint verrückt und ein schlechtes Forschungsdesign. Hast du das gelesen?

    • admin sagt:

      also da muss ich sagen, dass mir der Tom Seeley immer suspekter wird als Bienenforscher.
      Zuerst tötet er einen resistenten Bienenschwarm im Arnot Wald um ihn zu untersuchen, dann vergiftet er sich dabei durch seine Schusseligkeit beinah selbst, durch die Anwendung einer Zyanidverbindung beim abtöten des Bienenschwarms und dann nimmt er kommerzielle Züchterbienen als Kontrollgruppe zu den resistenten Bienen im Arnotwald. Da hat er anscheinend davon ein paar dieser Stöcke auf kleine Zellen gesetzt, bestimmt keine Mittelwände ohne Chemieverseuchung genommen, bestimmt auch nicht all die anderen Änderung im Umgang mit den Bienen vorgenommen die wir voraussetzen und dann sagt er, dass die kleinen Zellen zu keiner Resistenz führen.

      Warum in aller Welt holt er nicht die Bienen aus dem Arnot Wald und macht mit denen eine Kontrollgruppe und auch mit der Hilfe von kleinen Zellen, so wie es die Wildschwärme im Wald tun???

      Das würde zu etwas führen von dem alle Imker profitieren könnten!

Schreibe einen Kommentar zu S. Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.